10. Juni 2026
Rotterdam
Gasunie, OGE
DRC-Update
Europäische Energieunternehmen unterzeichnen MoU zur Entwicklung einer großen grenzüberschreitenden CO₂-Infrastruktur zwischen Deutschland und den Niederlanden
Energie Beheer Nederland (EBN), Eni Netherlands CCUS, Gasunie, Open Grid Europe (OGE), Shell und TotalEnergies EP Nederland haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Die Parteien haben vereinbart, bei der Entwicklung eines integrierten, grenzüberschreitenden CO₂-Pipelinenetzes zusammenzuarbeiten, das Industriecluster in Nordrhein-Westfalen mit Offshore-Speicherstandorten in der niederländischen Nordsee verbindet, einschließlich einer Integration in das Aramis-Projekt.
Die Vereinbarung stellt einen bedeutenden Meilenstein bei der Realisierung des Delta Rhine Corridor (DRC) dar, eines geplanten unterirdischen Pipelinesystems, das CO₂ aus Westdeutschland und den Niederlanden in großem Maßstab über die Aramis-Offshore-Pipeline in ehemalige Gasfelder unter dem Meeresboden transportieren soll.
Die Zusammenarbeit zwischen niederländischen und deutschen Partnern unterstreicht die Bedeutung koordinierter europäischer Maßnahmen. Deutschland verfügt über bedeutende Industriecluster mit hohen CO₂-Emissionen, während die Niederlande über Offshore-Speicherpotenziale verfügen. Das MoU hebt diese gemeinsame Ambition hervor. Durch die Bündelung ihrer Kräfte wollen die Partner die Entwicklung eines vollständig integrierten, grenzüberschreitenden CO₂-Netzes beschleunigen.
Da Unternehmen aus vielen Industriezweigen wie Zement, Kalk, Energiegewinnung durch Abfallverbrennung, Stahl und Chemie auch in den kommenden Jahrzehnten schwer oder nicht vermeidbare Emissionen erzeugen werden, ist CCS (Carbon Capture and Storage) eine entscheidende Technologie, um diese Unternehmen kosteneffizient zu dekarbonisieren.
Daher wird die CCS-Infrastruktur zu einer entscheidenden Schlüsselvoraussetzung für die Sicherung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Unterstützung seiner Klimaziele. Der DRC wird eine der ersten großen grenzüberschreitenden CO₂-Routen in Europa bereitstellen und einen verlässlichen Zugang für Industrien zu Offshore-Speicherstätten schaffen sowie Skaleneffekte nutzen. Darüber hinaus wird der DRC künftig eine Anbindung an Belgien über das Projekt Delta Schelde Connection ermöglichen und damit die Entstehung eines breiteren, integrierten europaweiten CO₂-Netzes unterstützen.

In Anwesenheit von König Willem-Alexander und dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier veranschaulichen die Partner der grenzüberschreitenden CCS-Wertschöpfungskette von Delta Rhine Corridor und Aramis die Zusammenarbeit zwischen EBN, Eni Netherlands CCUS, Gasunie, OGE, Shell und TotalEnergies EP Nederland.
Alle Unterzeichner des MoU sind im Bereich CO₂-Transport und -Speicherung aktiv und teilen die Ambitionen, eine integrierte, grenzüberschreitende, pipelinebasierte CCS-Wertschöpfungskette aufzubauen, die ab 2033 in Betrieb gehen soll. Erste Teile des Pipelinekorridors in den Niederlanden sollen bereits ab 2032 in Betrieb gehen. Bis das pipelinebasierte deutsch-niederländische CO₂-Transportsystem zur Verfügung steht, können Kunden auf schiffs- und bahnbasierte CO₂-Infrastrukturen zurückgreifen, um den Offshore-Transport und die Speicherung über das Aramis-Projekt zu ermöglichen. Für Aramis wird eine finale Investitionsentscheidung im Jahr 2027 angestrebt und ein Betriebsstart im Jahr 2030 vorgesehen.
In den kommenden Monaten werden die Unterzeichner des MoU auf nicht bindender Basis Themen wie Interessenvertretung und Kommunikation, eine transparente Customer Journey sowie die technische Abstimmung zwischen dem Delta Rhine Corridor und Aramis koordinieren: ein deutsch-niederländisches System für den Transport und die Speicherung von CO₂.
